Fachbereich Kulturgut und Museen

Museen im württembergischen Allgäu
Museen sind Speicher von Heimatkultur. Vor allem die Heimatmuseen tragen dazu bei, dass sich die Bewohner vom Gefühl wie vom Verstand her mit dem Heimatraum verbunden fühlen. Wo denn kann der Jugend, dem auswärtigen Besucher, dem neu Zugezogenen oder dem Gast aus der Partnerstadt die Heimat besser gezeigt werden als im Museum. Eine der musealen Aufgaben ist sicher das Ver­mitteln von Erinnerungen sowie von Wissen und Bewusstsein für die Geschichte, ebenso wichtig ist aber die Verpflichtung, Kulturgut zu sammeln, zu erforschen, zu pflegen und sachgerecht aufzu­bewahren.
Vor allem in den 1980er-Jahren setzte in Baden-Württemberg ein wahrer Boom von Museums­gründungen ein – getragen von einer Nostalgie­welle und von zunehmendem Interesse für Ge­schichte. Auch der Landkreis Ravensburg und darin das württembergische Allgäu trugen dazu bei. Im württembergischen Allgäu bestehen im Jahre 2012 fünfzehn Museen. Als reine Heimatmuseen lassen sich die Einrichtungen in Leupolz (ehemalige Scheune, Kißlegg (Neues Schloss) und Ratzenried (Dachgeschoss der Schule) bezeichnen. Ausschließ­lich thematisch ausgerichtete Museen sind das Käsereimuseum in Bad Wurzach-Gospolds­hofen, das Torfmuseum in Bad Wurzach, das Elektro­technische Museum in Leutkirch sowie das Glas­museum in Leutkirch-Schmidsfelden. Mehrere ­thematische Schwerpunkte setzen beispielsweise die Museen in Wangen (Mühle, Mechanische Musik­instrumente, Käserei) und in Eglofs (Musik, Geo­lo­gie, Ofenkacheln). Überdies bestehen einige ­museums­ähnliche Einrichtungen, wie etwa die Mühlen in Amtzell oder im Öhlerhof-Sommersbach (Ölmühle) sowie diverse Sammlungen meist länd­licher Objekte, wobei das Bewahren alter Traktoren besonders beliebt ist. Allesamt spiegeln diese ­Einrichtungen die Vielfalt und das reiche Kulturerbe unseres Gebiets.
Am reichhaltigsten und auch am besten aufbereitet sind die Sammlungen in den ehemaligen Reichs­städten. In Wangen entstand um Eselsmühle und Pulverturm eine regelrechte Kulturmeile mit Heimat- und Käsereimuseum, Eichendorff-Museum und Gustav-Freytag-Archiv, gleich daneben die Gebäude, in denen Archiv, Museumsdruckerei, ­historische Badstube und Städtische Galerie unter­gebracht sind. Im „Bock“, einem stattlichen Bürger­haus in Leutkirch aus dem 16. Jahrhundert, findet das Städtische Museum ideale Räumlichkeiten.
In seiner Nachbarschaft steht das „Gotische Haus“, das für sich selbst ein baugeschichtliches Museum darstellt und zu Ausstellungszwecken genutzt wird. In Isny sind die Sammlungen im Turm des Wasser­tors (Feuerwehrgeschichte, Wintersport) und im Museum am Mühltor (Stadtgeschichte, Münz­geschichte) zu bewundern.