Fachbereich Bauen

Bauen auf dem Land, Erhaltung der Kulturlandschaft, Denkmalpflege Gebäude prägen nicht nur unsere Städte und Dör­fer, sie sind Teil unserer Kulturlandschaft. Was wäre das Allgäu mit seinen grünen Wiesen und dunklen Wälder ohne die ruhigen, roten Ziegel­dächer seiner Bauernhöfe oder die Türme von Kirchen und Kapel­len? Mit dem Strukturwandel in der Landwirt­schaft, der Aufgabe vieler Hofsteilen und dem Umbau der Energiewirtschaft sind Ver­änderungen in Dörfern und Landschaften ver­bunden, deren Ausmaß noch nicht abzusehen ist. Die Photovoltaik-Technik ent­stellt die Dach­land­schaften unserer Städte und Dörfer, die Nutzung der Windenergie wird die Anmutung unserer Land­schaft verändern. Im Fach­bereich Bauen setzt man sich vor allem für die Erhaltung alter Bausubstanz auf dem Land und deren stilgerechte Erneuerung ein. Dabei geht es nicht nur um denkmalgeschützte „Prachtexemplare" wie Kirchen oder Pfarrhöfe sondern eher um die einfachen orts- und landschafts­prägenden Gebäude, vom großen Bauernhof bis zum kleinen Backhaus. Voraussetzung für diese Bemühungen ist eine Bestandsaufnahme, die Er­fassung von Gebäuden, Gebäudeteilen und deren Geschichte. Mit Hilfe der Urkarten, d. h. der Erst­aufnahme der württem­bergischen Landesvermes­sung aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden in dem von Dr. Rainer Jensch erarbeiteten „Gebäudeatlas württembergisches Allgäu“ von 1996 die wertvollen Gebäude erfasst und dokumentiert. Vor allem für die Orts­heimatpfleger ist es wichtig zu wissen, was erhaltenswert ist und wofür sich der Einsatz lohnt. Weitere Themen sind die Umnutzung landwirt­schaft­licher Gebäude und die Gestaltung von Neubauten. Im Fachbereich Bauen werden Heimat­pflegevereine, die sich in Ausstellungen oder Publi­kationen der Baugeschichte der Region zu­wenden, beraten.
In Fragen der Baugestaltung stützt sich der Fach­bereich Bauen auf die „Allgäuer Dorffibel Wangen-Leutkirch-lsny". Die maßgeblich von Georg Zimmer erstellte Gestaltungsfibel aus dem Jahre 1986 wirbt für die stilgerechte Erneuerung alter Bausubstanz und eine aus der Tradition entwickelte neue Bau­kultur.